(HER-)AUSGESTELLT

Oh wie wunderbar… Weihnachtliches aus der Sammlung des Salzburger Freilichtmuseums

Strohsterne, Holzfiguren, Glaskugeln und andere Kostbarkeiten finden sich im Depot des Museums. Ihr Wert ist nicht unbedingt an Euro und Cent festzumachen. Für die ursprünglichen Eigentümer:innen waren sie aber mit ihrer persönlichen Geschichte verbunden, mit Weihnachten bei ihnen daheim.

Christbäume, Weihnachtsbäume oder einfach Tannenbäume gibt es seit dem 17. Jahrhundert vermehrt. Anfänglich sind sie vor allem in Kirchen, bei reichen Kaufleuten oder in adeligen Ansitzen zu finden. Erst ab dem 18. Jahrhundert hält der Christbaum auch Einzug in Bürgerhäuser und findet sogar Niederschlag in der Literatur von Goethe bis Schiller.

Zunächst sind es protestantisch geprägte Regionen, die das Aufstellen von Weihnachtsbäumen übernehmen. In katholisch dominierten Regionen hat dagegen die Krippe den höheren Symbolwert.

Geschmückt wird der weihnachtliche Baum anfänglich vor allem mit essbarem Baumschmuck: Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten oder kleine Backwaren. Rein dekorativer Schmuck wird individuell, in den Familien nach Möglichkeit selbst gebastelt – Papierschlangen, Strohsterne oder kleine Figuren aus Holz etwa. Später kommen mit Bilderbögen, Lebkuchen mit „Glanzbildern“ oder Objekten aus Karton in Massen, oft in Heimarbeit gefertigte Schmuckelemente dazu.

Im 19. Jahrhundert kommt dann Christbaumschmuck aus Glas in Mode. Die Schmuckstücke werden zum Beispiel in Thüringen oder auch in Böhmen gefertigt, und es entsteht eine ganze Industrie, die mit viel Phantasie kunstvolle, aber auch witzig bis verrückte Kugeln, Figuren, unterschiedlichste Objekte in allen erdenklichen Formen und Farben produziert, die heute ganzjährig zu erwerben sind.

In Kriegszeiten hängen U-Boote, Zeppeline, Panzer, Granaten, Jagdflugzeuge an den Weihnachtsbäumen. Eine Besonderheit, heute aus Umweltschutzüberlegungen kaum mehr verwendet, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber noch weit verbreitet, ist das Lametta. Lametta wird aus dünnen Metallstreifen hergestellt, im Original aus einer Legierung aus Zinn und Blei.

Die Beleuchtung des Baumes ist ebenfalls historisch gesehen nicht selbstverständlich. Die Verwendung von Kerzen ist aus Kostengründen lange Zeit nicht üblich. Erst im späten 20.  Jahrhundert weichen die Kerzen dann vielerorts einer elektrischen Beleuchtung, die mittlerweile durch den Einsatz von LEDs optimiert wird.

Die Art der Bäume, ihr Schmuck, die passende Beleuchtung – alles hat mit Moden, technischem Fortschritt, neuen und alten Möglichkeiten und persönlichen Vorlieben zu tun. Es gibt den liebgewonnenen Familienschmuck, Traditionen, die fortgeführt werden oder die Freude am Neuen, dem Wandel des eigenen Christbaums in jedem Jahr. Immergrün und pflegeleicht sind Bäume aus Kunststoff, die es bereits mit dem passenden Schmuck fix und fertig zu kaufen gibt. Nachhaltig dagegen sind stilisierte Bäume aus Karton oder Holzlatten, die noch behängt und gestaltet werden können – oh wie wunderbar…

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